Christian Reichhold

„Scheinheilige IV: St. Hermann“
2014
Polyester
www.imagetransfer.at

 

Mit dieser Arbeit für den Skulpturenweg Laa gebe ich mein Debüt als Objektkünstler. Warum also dann „IV“? – Als kleine Referenz an „Star Wars“-Erfinder George Lucas, der die „Krieg der Sterne“-Filmreihe auch mit dem 4. Teil begann und erst 22 Jahre später den 1. drehte, ihn aber von Anfang an im Kopf hatte!

 

Soviel Zeit werde ich mir nicht lassen, und Ideen zu anderen „Scheinheiligen“ gibt es auch genug: vom mit Gipsbinden umwickelten „St. Gottfried“ über den kopfstehenden „St. Baselitz“ bis zum verpackten „St. Christo“. Fürs Weinviertel zunächst aber eine Skulptur namens „St. Hermann“. Wie meine anderen Scheinheiligen versteht auch dieser sich als Hommage an ein großes Marketing-Genie, das den Weg zur Selbstfindung verlassen und den der Selbstinszenierung Richtung Gesamtkunstwerk samt selbstverliehenem Heiligenschein gewählt hat – und somit auch von Zeitgenossen, die Bilder ausschließlich nach ihrem Preis beurteilen, leicht erkannt, heißt: als Marke akzeptiert werden. Das verdient (Be-)Achtung.

 

Die Basis für „St. Hermann“ ist eine Skulptur, die einst nackt in einer längst vergessenen Produktion der Österreichischen Bundestheater Verwendung gefunden hat. Rechtzeitig vor ihrer Entsorgung wurde sie mir freundlicherweise von „Art for Art“ zur Verfügung gestellt, verändert – und bekommt jetzt die Chance auf ein zweites Leben als Kunstwerk.

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